Verbindlichkeit im Handeln als persönliche Stressprävention

Ich durfte am Sonntag die Veranstaltung „Teil der Lösung“ (teilderloesung.ch) moderieren, welche die Initiantinnen Christel Maurer (https://mcc-maurer.ch) und Tara Welschinger (foifi.ch) ins Leben gerufen haben. Als Keynote Speaker sprach Wachstumskritiker Prof. Niko Paech von der Uni Siegen.

Er macht sich stark für eine suffizientere Lebensweise. Eine Lebensweise, die sich nicht als Verzicht anfühlt, sondern ein mehr an Bewusstsein mit sich bringt und die einem auch das „Grosse im Kleinen“erkennen lässt. Er selbst lebt absolut authentisch danach. Er verzichtet zu 100% auf Flugreisen, besitzt kein Smartphone, lässt seine Kleidung reparieren, arbeitet mit einem 12 Jahre alten Laptop. Diese Liste würde sich noch erweitern lassen. 

Was mich aber besonders seit der Begegnung beschäftigt ist das Thema Verbindlichkeit. Denn jemand, der kein Smartphone besitzt, muss automatisch verbindliche Entscheidungen treffen. Zugreisen müssen im Voraus geplant werden. Verabredungen fixiert werden. Telefonate müssen dann geführt werden, wenn man da ist, wo das Telefon ist. Entscheidungen werden getroffen und können gedanklich abgehakt werden.

Ich erlebe zunehmend in allen Lebensbereichen eine immer grösser werdende Unverbindlichkeit im Handeln und frage mich deshalb, wie das mit unserem Stressempfinden korreliert.

Ich bin von Natur aus ein sehr verbindlicher Mensch, das was ich sage halte ich ein. Auf mich ist zu 100% Verlass. Da Freiheit einer meiner grossen Wert-Treiber ist, lege ich mich jedoch ungern im Voraus fest. Und gleichzeitig merke ich, dass es mir gut tut, wenn Termine fixiert und Entscheidungen getroffen sind. Die Suche nach noch besseren Optionen ist hinfällig.

Nach dieser Begegnung mit Prof. Niko Paech nehme ich das als meine persönliche Inspiration mit, dass ich mein Leben verbindlicher plane und offene Entscheidungen nicht mehr so lange in meinem Kopf vor mir hertrage. Dinge, die man nicht aus dem Kopf bekommt und sich tagtäglich aufsummieren, sind ein grosser Stressor in unserem eh schon übervollen Leben.

In diesem Sinne soll das Thema Verbindlichkeit ein kleiner „Food for thought“ sein.

Übrigens findet bei der www.open-mind-acdemy.ch am 7./8. November 19 eine Masterclass mit Prof. Anna Maria Pircher Friedrich (CH- Baden nahe Zürich). Es geht darum, wie wir innere Stabilität in uns selber finden und die Veränderungen im Aussen gestärkt meistern. Prof. Pircher Friedrich war Schülerin von Prof. Viktor Frankl, Gründer der Logotherapie. Die Masterclass baut auf diesem grossartigen lebensfördernden Wissen von Prof. Frankl auf.

Infos zum Programm:

www.open-mind-academy.ch/apf

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